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Der
Wasserbaum von
Ockensen ist
eine Kuriosität,
wie man sie in Niedersachsen und weit über
die Landesgrenzen hinaus kein zweites Mal findet.
Viele Besucher stehen staunend vor ihm und sinnen darüber nach,
wie er wohl entstanden sein könnte.
Ist dieses sprudelnde Etwas ein richtiger Baum, der in etwa 5 Meter
Höhe abgesägt und ausgehöhlt
wurde? Oder ist es ein aufgestellter
hohler Baumstamm?
Oder sollte der Wasserbaum
auf eine noch andere Weise entstanden sein?
Auf diese Fragen die richtige Antwort zu finden, dürfte kaum möglich
sein,
wenn man nur kurz vor ihm verweilt.
Der Wasserbaum
ist weder ein Baum noch ein Baumstamm, sondern
war ursprünglich eine
aus vier etwa 12 Zentimeter breiten Brettern gefügte quadratische
Röhre. Sie wurde von dem
Sägemüller Hermann Meyer angefertigt,
der im Jahre 1904 in Ockensen
ein Sägewerk mit einer
Holzhandlung gründete.
Wie aus der Bausubstanz des von ihm errichteten stattlichen Wohnhauses
zu schließen ist,
muss er begütert gewesen sein. Zudem war er technisch versiert.
Er wählte Ockensen
deshalb als Standort für sein Sägewerk,
weil er zu dessen Antrieb
die Kraft des Wassers nutzen konnte, das hier in reichem Maße
aus dem Ithhang quillt.
Aber diese Kraft nutzte er nicht - wie seit Jahrhunderten üblich
- über ein Mühlrad,
sondern über eine Turbine, mit der er elektrischen Strom erzeugte.
Dazu brauchte er einen möglichst gleichmäßigen, starken
Wasserdruck, den er sich
durch die Anlage eines Stauteiches am Ithhang etwa 250 Meter hinter
dem Sägewerk schuf.
Der Druck war zum Antrieb seiner Strommaschine
nur dann ausreichend, wenn der Teich gefüllt war.
Um dies festzustellen, musste der Sägemüller jedes mal zum
Teich gehen und nachsehen.
Das wurde ihm lästig. Deshalb baute er unterhalb des Teiches ein
Überlaufventil,
das er von seinem Haus aus sehen konnte und das ihm signalisierte, ob
zur Stromerzeugung
und damit zum Antrieb seiner Säge genügend Wasser verfügbar
war oder nicht.
Noch heute kann das Wasser durch die damals verlegten Tonrohre in
den Turbinenkeller fließen,
wo sie kurz vor der Strommaschine in ein Eisenrohr einmünden, das
mit einem Schieber versehen ist.
Mit Hilfe des Schiebers kann der Wasserzulauf geregelt werden. Ließ
der Wasserdruck nach,
wurde der Schieber zugedreht, und der Stauteich konnte sich wieder auffüllen.
Der zweite Teich, der sich oberhalb des Stauteiches befindet, ist mit
diesem zwar verbunden,
übt aber auf den Wasserdruck keinen direkten Einfluss aus.
Das Holz des Überlaufrohres dürfte
längst verfault sein.
Vermutlich war das Rohr aus Fichten- oder möglicherweise auch aus
Lärchenbrettern gefertigt.
Genau weiß man das nicht. Fest steht nur, dass es außer
vielen Buchen auch diese Bäume im Ith gibt,
härteres Holz bietet dieses kaum.
Die wenigen Eschen und Eichen im Baumbestand des Ith´s wurden
früher nicht forstlich gepflegt
und werden es auch heute nicht, deshalb können sie auch nicht langschäftig
heranwachsen.
Kurzstämmige knorrige Bäume jedoch sind zur Herstellung von
5 Meter langen Brettern,
wie sie zum Tischlern der Überlaufröhre erforderlich waren,
völlig ungeeignet.
Seit das Holzrohr aufgestellt ist, rinnt
an ihm Wasser herunter.
Es ist dem geologischen Aufbau des Iths entsprechend sehr kalkhaltig.
Der Ithkamm, eine Schichtrippe,besteht aus Dolomit, und dieses nach
einem französischen
Mineralogen namens Dolomieu benannte Gestein ist magnesium-saurer Kalk.
Sowie das aus dem Rohr quellende Wasser mit Luft in Berührung kommt,
fällt der Kalk aus
und setzt sich als Sinter, auch Tuff genannt, ab.
Wenn sich dieser Vorgang über Jahrzehnte vollzieht, kommen
Kalkmengen zusammen,
wie sie den Wasserbaum von
Ockensen heute
einhüllen.
Auf dem Sinter haben sich auch Moose angesiedelt, die aber immer wieder
vom Kalk überlagert
wurden. Bei näherer Betrachtung kann man in den Kalkablagerungen
die Moosstruktur noch
deutlich erkennen.
Die Natur gab dem
Wasserbaum eine
recht gefällige Form. Er sieht einer überdimensionalen Vase
ähnlich, die einen dicken Bauch und einen schlanken Hals hat und
zudem zwei Henkel besitzt.
Jedenfalls zeigt er sich dem Betrachter in dieser Form von der Ostseite
her.
Die Westseite hingegen ist nicht so stark gegliedert. Der Unterschied
ist auf den vorherrschenden
Westwind zurückzuführen, der das heraussprudelnde Wasser nach
Osten lenkt.
Es hat an der Ostseite tiefe Abflussrinnen eingeschnitten, und da es
längst keine Turbine mehr an-
zutreiben braucht, fließt es in einen Bach, der in die Saale mündet
und mit dieser der Leine zustrebt.
Den Sägewerker und Holzhändler
Hermann Meyer gibt es längst nicht mehr.
Er soll sich - wie es in Ockensen heißt - finanziell übernommen
haben.
Jedenfalls verkaufte er 1926 seinen Besitz an die staatliche Forstverwaltung.
1928 zog der erste Forstbeamte ein. Der Tatsache, dass seitdem die Gebäude
des einstigen
Meyerschen Sägewerkes als Forstgehöft dienen, ist es
wohl auch zu danken, dass das
Überlaufrohr erhalten geblieben ist und sein heutiges Aussehen
entwickeln konnte.
Allerdings wurde es im Laufe der Jahre von Strauchwerk und Dornen immer
mehr umwuchert,
bis es 1970 vom Revierbeamten, Forstoberinspektor Seyffart, davon befreit
wurde.
Er bepflanzte die Umgebung mit Bäumen,
wobei er den Wasserbaum mit
einer Esche
und einem Ahorn einrahmte.
Über den Wasserbaum
selbst hat die Natur die Herrschaft allein übernommen;
versintert seine Öffnung auch nach innen immer mehr, bis sie ganz
geschlossen sein wird.
Doch das dürfte noch einige Zeit dauern, so dass dieses seltsame
Gebilde auf Jahre und Jahrzehnte
hinaus von Naturfreunden bestaunt werden kann.
Wer das Dorf
Ockensen sucht,
findet es etwas abseits der von der Bundesstraße 1
bei Hemmendorf in Richtung Eschershausen abführenden Landstraße.
Um zum Wasserbaum
zu gelangen, muss man den Ort bis zum Fuß
des Iths durchfahren.
Ganz in der Nähe des Wasserbaumes
befindet sich ein naturgeschützter Quellsumpf,
der mit einer artenreichen Flora aufwarten kann.
Besonders botanisch interessierten Naturfreunden ist eine Besichtigung
dieses kleinen,
jedoch ökologisch sehr wertvollen Gebietes, zu empfehlen.
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............Wasserbaum
heute.......... ........ . 1953
...........1965 ....................Wasserbaum
im Winter
Sonntag,
22. August 2004
1904
.......100 Jahre .Wasserbaum.......2004
Der
Wasserbaum am Ith
...............................................Text:
Klaus Valentin
1981
Der
Wasserbaum am Ith, der wird von uns allen geliebt.
Der Wasserbaum am Ith, der singt dir das Heimatlied.
Der Wasserbaum am Ith, der
hat schon so vieles erlebt,
da wird gelacht, die ganze Nacht,
da wird getanzt und Spaß gemacht.
Bis morgens früh da wird gegrillt,
am Wasserbaum am Ith.
Gehst du einmal
fort in die Ferne, an fremde Gestaden.
Dann
wirst auch du bald erfahren, was du verlassen hast.
Du
denkst an zu Haus und die Freunde, den Ith und die Bäume.
Du
denkst auch an deine Jugend und dieses kleine Lied:
Der
Wasserbaum am Ith, ...
. .
Alle singen
für den Wasserbaum..................................................Text:
Cornelia Valentin 2004
Seid
uns Willkommen von nah und auch von fern, wir freu'n uns über Jeden.
Lasst uns gemeinsam verbringen heut die Zeit und schöne Stunden
verleben.
Gehet beschwingt
auf den Ith nach Hammerslust und ruht euch aus auf dem Sofa.
Zur Stärkung ein Picknick, ein Bier und einen Wein, was kann es
Schöneres geben.
Dicht bei der Quelle, am Fischteich ist ein Platz, da kann man tanzen
und grillen.
Fröhlich sein ist der Schlüssel für das Glück, drum
lasst uns fröhlich nun singen.
Wir singen heute am Wasserbaum am Ith, wir bringen fröhlich ein
Ständchen.
Stimmt mit uns ein in die kleine Melodie, lasset die Töne erklingen:
Alle singen für den
Wasserbaum ...
Happy
birthday, Wasserbaum !...................................Text:
Frank Scheibler 2004
Unser Wasserbaum,
der ist schon 100 Jahre alt.
Er hat in seinem Leben viele Leute schon gesehen
und er wird noch lange stehen.
Aus seinem Rohr kommt täglich frisches Wasser, hell und klar.
In Ockensen haben alle Leute nur noch einen Traum:
Käm doch Bier aus dem Wasserbaum !
Happy birthday, Wasserbaum !
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